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Der Bullenbeißer
Die Kelten und germanischen Stämme züchteten große Hunde, die besonders schwer und kräftig waren. Neben der Verteidigung von Hab und Gut dienten sie zur Jagd auf Bären und Wildschweine. Im Alten Rom traten Bullenbeißer-Hunde in den Arenen auf, wo sie gegen Löwen, Bären, Elefanten und daher der Name "Bullenbeißer" kämpften. Diese Hunde kamen überwiegend aus Großbritannien, das damals von den Römern besetzt war. Die römischen Eroberer lernten dort diese Hunde kennen, die noch tapferer zu sein schienen als ihre eigenen Hunde zu Hause, die Molosser. Römische Dokumente berichten enthusiastisch über diese englischen Fighting Dogs Kampfhunde, die in der Lage wären, einem voll ausgewachsenen Bullen das Genick zu brechen. 1578 stellte der flämische Maler Jan van der Straet (1523-1605), besser bekannt unter dem Mode-Namen Giovanni Stradanus, bewaffnete Männer dar, die vom Pferd aus mit ihren Lanzen Bullen zu überwältigen versuchten. Auf diesem Stich sind auch Hunde zu sehen, wie sie mit dem Bullen kämpfen, wobei der eine ihn schon in die Knie gezwungen hat. Das ist eine ziemlich blutrünstige Szene, die beweist, dass Bullenbeißeer im 16. Jahrhundert in der Heimat des Malers, den Niederlanden, nicht unbekannt waren.
Mit der Zeit entwickelten sich aus ihnen verschiedene Typen. In Mitteleuropa entstand der
"Große oder Danziger Bullenbeisser" und der
"Kleine oder Brabanter Bullenbeisser". Der "Danziger Bullenbeisser"
wurde hauptsächlich im Norden Deutschlands und in
Polen zur Jagd von Großwild eingesetzt. Er ist seit 1783 nicht mehr erwähnt.
In den waldreichen Gebieten am nördlichen Rand der Alpen kam dagegen eher der
"Brabanter Bullenbeisser" zum Einsatz. Denn durch seine geringe
Größe war er wendiger und daher besser für die Jagd von Wildschweinen
geeignet. Dieser kleine Bullenbeisser gilt als der unmittelbare Vorfahre unserer heutigen
Boxer, die Ende des 19.Jahrhunderts aus ihm und britischen Bulldoggen gekreuzt wurden.
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